Was ist der Klimawandel?

Wissenschaftler/innen in der ganzen Welt sind sich einig: Die in den letzten 50 Jahren beobachtete Erderwärmung wird zum größten Teil durch menschliche Aktivitäten verursacht, die Treibhausgas-Emissionen hervorrufen.

Der Klimawandel ist vor allem deshalb relevant, weil er auf viele Umweltprobleme eine erstarkende Wirkung hat. Dies hat zur Folge, dass erhebliche Auswirkungen auf Mensch und Gesellschaft zu erwarten sind. Mittlerweile gibt es einen sehr breiten wissenschaftlichen und politischen Konsens darüber, dass die in den letzten 50 Jahren beobachtete globale Erwärmung zum größten Teil durch menschliche Aktivitäten, vor allem durch die Emission von Treibhausgasen[1], verursacht wurde (IPCC 2014). Diese Gase lassen das kurzwellige Sonnenlicht fast ungehindert auf die Erdoberfläche, werfen aber langwelligere Wärmestrahlung, die sonst von der Erde in das Weltall zurückgelangen würde, zum Teil wieder auf die Erde zurück. Untersuchungen von Eiskernbohrungen belegen, dass die Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre[2] derzeit den höchsten Wert seit 650.000 Jahren aufweist. Allein in den Jahren von 1970 bis 2010 sind die weltweiten CO2-Emissionen um ca. 100 % gestiegen. Dabei stammte 2004 etwa die Hälfte aller CO2-Emissionen aus den OECD-Ländern[3]. Der größte Kohlendioxid-Emittent ist gegenwärtig (Stand 2013), und wenn gesamte Länder betrachtet werden, China, dicht gefolgt von den USA. Indonesien ist durch die jährliche Rodung von tausenden Hektar Regenwald und der Trockenlegung von Torfböden[4], die große Mengen CO2 gespeichert haben, drittgrößter Emittent. Betrachtet man die Pro-Kopf-Emission, lagen die USA 2007 mit 18,9 Tonnen pro Person auch hier weit vorne. In Deutschland betrug die Pro-Kopf- Emission 9,6 Tonnen. In afrikanischen und asiatischen Ländern wurden im gleichen Zeitraum dagegen durchschnittlich nur ein bis zwei Tonnen Kohlendioxid pro Person ausgestoßen – ein Indikator für die ungleiche Verteilung[5] von Umweltnutzung und Umwelteinwirkung.

Der Klimawandel und die damit einhergehende globale Erwärmung haben zahlreiche Folgen für die Ökosysteme und natürlich auch für den Menschen. Die ersten Auswirkungen dieser Veränderungen sind bereits heute zu spüren: Extreme Wetterereignisse vor allem im südliche Teil der Erde nehmen zu. Vegetationszonen verschieben sich durch die generelle Erwärmung des Klimas. Das Eis der Antarktis schmilzt schneller als Wissenschaftler/innen dies berechnet haben. In einigen Regionen, besonders in Afrika, ist bereits ein Verlust der Artenvielfalt[6] zu verzeichnen, eine Verminderung landwirtschaftlicher Ernten ist vor allem die Folge der sich abzeichnenden Verschiebungen der Vegetationszonen.


Fußnoten

[1] Als Emissionen werden alle Störfaktoren bezeichnet, die in die Umwelt ausgesendet werden. Treibhausgase sind strahlungsbeeinflussende gasförmige Stoffe, die durch ihren wärmenden Effekt Leben auf der Erde überhaupt ermöglichen. Als Störfaktoren zählen jedoch zusätzliche vom Menschen verursachte Treibhausgase wie die steigende Abgabe von Kohlenstoffdioxid (CO2) in die Atmosphäre. CO2 entsteht überwiegend durch das Verbrennen von fossilen Energieträgern (Verkehr, Heizen, u.a.), aber auch durch Veränderungen der Nutzung der Ökosysteme. Ca. 20% der CO2-Zunahme werden der Abholzung von Wäldern oder deren Degradation zugeschrieben.

[2] 2011 lag die Kohlenstoffdioxidkonzentration der Atmosphäre im Weltdurchschnitt bei etwa 390ppm. Ppm steht für „parts per million“ oder „Teilchen pro Million“, einer relativen Maßangabe, die in der Wissenschaft verwendet wird. Bei 390ppm liegt der Anteil von Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre bei 0,039 %. Es ist strittig, ab welcher Konzentration genau welche schwerwiegenden Umweltfolgen zu erwarten sind – viele Umweltorganisationen halten 350ppm, also einen schon überschrittenen Wert, für ein tolerierbares Level.

[3] Der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) gehören derzeit 34 Mitgliedstaaten mit knapp 20% der Weltbevölkerung an, die im weltweiten Durchschnitt über die höchsten Pro-Kopf-Einkommen verfügen und für Demokratie und Marktwirtschaft stehen. Durch den hohen industriellen Entwicklungsstand verursachen OECD-Länder einen Großteil der Emissionen weltweit.

[4] Torfböden (Moore) sind eine natürliche Speicherquelle für CO2. Auf der gleichen Fläche speichern sie meist sogar mehr CO2 als Wald. Durch die Trockenlegung wird Torf unter dem Lufteinfluss zersetzt und setzt CO2 frei.

[5] Der individuell verursachte Ausstoß von CO2 in die Atmosphäre kann mit Hilfe des sogenannten Ökologischen Fußabdrucks oder einem CO2 Rechner ermittelt und mit dem weltweiten Durchschnitt verglichen werden.

[6] Siehe Abschnitt zu Ökosystemdienstleistungen und biologischer Vielfalt

Literatur

Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) (2014): Climate Change 2014. Synthesis Report. Synthesis report of the fifth assessment report of the Intergovernmental Panel on Climate Change. WHO/UNEP
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