Von Abfallentsorgung bis Zierpflanzen: Wie unsere Wirtschaft nachhaltiger werden kann

30 Projekte, ein Ziel: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen, von Biochemie bis Philosophie, erforschen gegenwärtig Wege, wie unser Wirtschaftssystem nachhaltiger gestaltet werden kann.

An einer nachhaltigeren Gestaltung unseres Wirtschaftssystems führt kein Weg vorbei, wenn wir unsere Lebensgrundlagen dauerhaft erhalten wollen. Aber wie kann das gelingen? Um Antworten auf diese Frage zu finden, starteten kürzlich insgesamt 30 spannende Forschungsprojekte. Sie werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Förderschwerpunkts „Sozial-ökologische Forschung“ (SÖF) gefördert und von Ecologic Institut, Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) und dem Forschungszentrum für Umweltpolitik der FU Berlin (FFU) koordiniert. In den Projekten werden unterschiedliche Wertschöpfungsketten unter die Lupe genommen und innovative Konzepte für nachhaltiges Wirtschaften in zentralen gesellschaftlichen Bereichen, wie Mobilität, Wohnungswirtschaft, Tourismus oder Ernährung, entwickelt.

Drei Projektbeispiele:

Wege zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen (Refowas): Jährlich werden rund ein Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel nicht für die menschliche Ernährung genutzt. Das ist nicht „nur“ ein Ressourcenproblem; Lebensmittelabfälle verursachen bei der Produktion und Entsorgung Umweltbelastungen. Refowas will Strategien zur Abfallvermeidung und -reduzierung identifizieren – insbesondere für die Bereiche Obst- und Gemüseanbau, Bäckereihandwerk und Versorgung in der Schule.

Forschungsprojekt für nachhaltig gewonnene mineralische Rohstoffe (NamiRo): Mineralische Rohstoffe werden auf dem Markt nahezu ausschließlich aufgrund ihrer Qualität bewertet und gehandelt. Unternehmen, die mit hohen Umwelt- und Sozialstandards produzieren, haben deswegen einen Wettbewerbsnachteil. Im Projekt NamiRo werden Standards weiterentwickelt, damit Anstrengungen für mehr Nachhaltigkeit bei der Rohstoffgewinnung sichtbar werden können.

Slow Fashion: Die Deutschen sind zusammen mit Schweizern und US-Amerikanern Weltmeister beim Kleidungskonsum. Stimuliert wird der Kleidungskauf durch immer schneller wechselnde Moden und Trends (Fast Fashion). Im Slow Fashion-Projekt werden gestalterische, technische, ökonomische und soziale Innovationen zur Verringerung des Massendurchsatzes von Kleidung durch eine Verlängerung der Nutzungsphase im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Massenmarkttauglichkeit untersucht.

In jedem der 30 Projekte kooperieren eine oder mehrere Universitäten und außeruniversitäre Forschungsinstitute mit bis zu 20 Praxispartnern. Einen Überblick über alle Projekte gibt es auf dieser Website.

Dieser Beitrag ist im Original als Pressemitteilung des Ecologic Instituts am 17. Mai 2016 erschienen.

Kontakt für Nachfragen und Interviews:

Dr. Martin Hirschnitz-Garbers, Projektkoordination,

Ecologic Institut | Pfalzburger Str. 43/44 | 10717 Berlin | Germany,

Tel. +49 30 868 80 0 | nawiko@ecologic.eu | nachhaltigeswirtschaften-soef.de


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