Urbanisierung

2050 werden mehr als zwei Drittel der Menschen in Städten leben. Nur eine nachhaltige Stadtplanung kann gravierende ökologische und soziale Folgen vorbeugen.

2015 leben über sieben Milliarden Menschen auf der Erde, bis 2050 soll die Weltbevölkerung auf ca. neun Milliarden Menschen ansteigen. Ein eindeutiger Trend ist dabei die Zunahme des städtischen Bevölkerungsanteils. Gegenwärtig leben rund dreieinhalb Milliarden Menschen in Städten. Es gibt rund 20 Megastädte mit mehr als zehn Millionen Einwohnern, wie z.B. Bombay, Buenos Aires, Kairo oder Shanghai. 2025 werden es Schätzungen zufolge bereits 29 sein, die sich überwiegend in Regionen des Globalen Südens[1] befinden werden. Die Städte wachsen in den entsprechenden Gebieten oftmals ohne eine koordinierte Stadtplanung und -entwicklung. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit, mit der sich diese oft informelle Urbanisierung vollzieht, ist eine staatliche Einflussnahme durch Flächennutzungsplanung, Ordnungskontrolle und den Aufbau notwendiger Infrastruktur zur Ver- und Entsorgung ohnehin nahezu unmöglich. Solche Maßnahmen sind jedoch für eine klimaverträgliche Gestaltung der Urbanisierung von großer Bedeutung.

Eine nachhaltige Entwicklung ist auch in sozialer Hinsicht eine große Herausforderung. Bereits heute leben über eine Milliarde Menschen bzw. jede/r dritte Stadtbewohner/in in Elendsvierteln. Aus diesen Gründen ist eine nachhaltige Stadtentwicklung gerade in diesen Regionen von besonders wichtig. Ab 2020 wird sich das Bevölkerungswachstum voraussichtlich fast vollständig auf den urbanen Raum beschränken, d. h. im ländlichen Raum wird der Bevölkerungszuwachs stagnieren, die Zunahme der städtischen Bevölkerung von aktuell ca. 1 Mio. Menschen pro Woche wird aber weiter ansteigen. Der WBGU[2] schätzt, dass sich die Stadtbevölkerung bis 2050 auf etwa 6,4 Mrd. Menschen nahezu verdoppeln wird.


Fußnoten

[1] Der Begriff „Globaler Süden“ ist ein Versuch, im globalen Wirtschaftssystem benachteiligte Länder ohne diskriminierende Bewertung durch eine Ordnungszahl („Dritte Welt“) oder zugrunde gelegter Entwicklungsbewertung („Entwicklungsländer“ und „entwickelte Länder“) zu beschreiben.

[2] WGBU = Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen

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