Eine Bilanz des Projekts BINK

Dies ist ein Gastbeitrag von Gesa Maschkowski vom aid infodienst e.V.. Maschkowski zieht eine Bilanz über das Projekt BINK, das sich zum Ziel gesetzt hat, Schülern/innen den nachhaltigen Konsum näher zu bringen.

Zweimal in der Woche hat die Bio-Lounge in der Ida Ehre-Schule in Bad Oldesloe geöffnet. Es gibt zum Beispiel Gemüsestückchen mit Dip, Sandwiches, Obst und verschiedene Kaffee-Getränke. Die Bio-Lounge wurde von den Schülern selbst aufgebaut und wird völlig eigenständig verwaltet. Sie ist ein sichtbares Resultat des Forschungsprojektes BINK. Die Abkürzung steht für “Bildungsinstitutionen und Nachhaltiger Konsum”.

Insgesamt drei Jahre haben sechs Praxispartner und fünf Forschungsinstitutionen in einem Verbundprojekt des Bundesbildungsministeriums untersucht, wie man junge Menschen in Schulen und Hochschulen zu nachhaltigem Handeln motivieren kann. Denn Schulen und Hochschulen prägen doppelt: Einmal durch ihre Bildungsangebote aber auch als Orte, an denen konsumiert wird. Ein großes Potenzial zur Veränderung, das bislang erst von wenigen genutzt wird.

“Jugendliche und junge Erwachsene, die aktiv am BINK-Prozess mitgewirkt haben oder diesen zumindest an ihrer Institution wahrgenommen haben, zeigen ein höheres Bewusstsein für Nachhaltigkeit, eine deutlich höhere Selbstwirksamkeit und berichten über ein nachhaltigeres Konsumverhalten”, sagte Daniel Fischer auf der Wissenschaftstagung “Sustainable Consumption 2011” in Hamburg. Fischer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter von BINK-Initiator Prof. Gerd Michelsen, Universität Lüneburg, und war an der Evaluation des Projektes beteiligt. Unter Selbstwirksamkeit verstehen die Wissenschaftler das Vertrauen der Schüler, mit den eigenen Konsumhandlungen etwas verändern zu können.

Im Rahmen dieses Projekts wurden gut zwei Dutzend Interventionen an Schulen und Hochschulen umgesetzt. So entstand in der Leuphana Universität Lüneburg eine Salatbar, der Umsonstladen “Zwiebel” und ein Thermobecher aus Porzellan, mit dem die Studenten dem Müllberg an Pappbechern den Kampf ansagten. In einem weiteren Projekt wurden insgesamt 21 Videoclips über nachhaltigen Konsum gedreht. Die Evaluation zeigte, dass die meisten Schüler einen Filmkurs dem “normalen” Unterricht vorzogen und motiviert mitmachten. Besonders verhaltenswirksam waren Filme, die alltägliche Handlungsmöglichkeiten aufzeigten. Allen Projekten gemeinsam ist, dass sie partizipativ, das heißt mit Schulen, Hochschulen, Schülern und Studenten entwickelt wurden.

Auch die beteiligten Lehrer bewerteten BINK positiv. “Uns wurde zurückgemeldet, wie wichtig es ist, zeitliche Freiräume zu haben und sich austauschen zu können, zu einem Thema, an dem ja ohnehin jeder bereits arbeitet”, berichtete Fischer.

Einmal mehr zeigt sich, wie groß die Bedeutung ist, Engagement auch durch einen entsprechenden Zeit- und Personaleinsatz zu ermöglichen. Die Internetseite des Projekts ist eine Fundgrube für interessierte Lehrer und Multiplikatoren mit zahlreichen Praxisbeispielen, Unterrichtsmaterial und Onlinekursen. Auch Projektergebnisse, Abschlusspräsentationen und Videoclips der Schüler sind hier kostenfrei einsehbar. Für Lehrkräfte, die Lust bekommen haben Veränderungen in der Konsumkultur auch in ihrer Einrichtung anzustoßen, wurde die “Handreichung Bildungsinstitutionen und nachhaltiger Konsum” entwickelt, in der alle wichtigen Erfahrungen von BINK zusammengefasst sind. Inklusive Hinweise für die Umsetzung in den Schulen und eine praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Der Originalbeitrag ist hier zu finden.


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